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Market Update09.09.2026, 11:36:465 min reading time

Entwicklungen auf den Energiemärkten im August

Entwicklungen auf den Energiemärkten im August
7:17

Höhere Gaspreise treiben die Energiepreise im August

Zusammenfassung

Die Energiepreise sind im August deutlich gestiegen. Der durchschnittliche Day-Ahead-Strompreis in Deutschland lag etwa 26% über dem Niveau von Juli. Auch die Terminmarktpreise für Gas und Strom legten spürbar zu.

Haupttreiber war erneut der Gasmarkt. Die anhaltenden Spannungen rund um die Straße von Hormus belasteten die LNG-Verfügbarkeit aus der Golfregion. Gleichzeitig rückten die vergleichsweise niedrigen europäischen Gasspeicherstände mit Blick auf den kommenden Winter stärker in den Fokus. Zusätzlichen Aufwärtsdruck gab es am Strommarkt in Phasen mit schwächerer Wind- und Solarstromerzeugung. Dadurch mussten häufiger teurere Gaskraftwerke eingesetzt werden, um die Stromnachfrage zu decken. 

 

Power-headers

Höhere Gaspreise und schwächere Wind- und Solarstromerzeugung lassen Strompreise steigen.

Nach dem niedrigeren Preisniveau im Juli sind die durchschnittlichen Day-Ahead-Strompreise in Deutschland im August um 26% gestiegen. Besonders zur Monatsmitte zogen die Preise deutlich an. Ein wesentlicher Treiber waren die höheren Gaspreise, die die Erzeugungskosten von Gaskraftwerken erhöhten. Gleichzeitig fiel die Wind- und Solarstromerzeugung zeitweise schwächer aus, sodass häufiger teurere konventionelle Kraftwerke benötigt wurden, um die Stromnachfrage zu decken.

Zusätzlichen Preisdruck brachte die angespannte Erzeugungssituation. Heißes und trockenes Wetter erhöhte im August den Strombedarf für Kühlung, während niedrige Wasserstände die Wasserkraftproduktion einschränkten und sowohl die Kernkraft als auch die Kohlelogistik belasteten. Zur Monatsmitte sorgte zudem eine vorübergehende Störung im Kernkraftwerk Gravelines für zusätzlichen Preisdruck.

Gegen Ende August entspannte sich die Lage etwas. Kühlere Temperaturen und eine bessere Verfügbarkeit der französischen Kernkraftwerke wirkten preisdämpfend und trugen dazu bei, dass die Strompreise wieder nachgaben. Auch die Entwicklung in den Nachbarländern blieb relevant, da die niederländischen, deutschen und belgischen Strommärkte eng miteinander gekoppelt sind.

Trotz der Entspannung zum Monatsende lagen die Preise weiterhin über dem Niveau zu Beginn des Sommers. Für die kurzfristige Entwicklung bleibt vor allem die Windstromerzeugung entscheidend: Schwache Windphasen könnten die Preise erneut stützen, während eine höhere erneuerbare Erzeugung und eine stabile Kernkraftverfügbarkeit für Entlastung sorgen würden.

Strom-Terminmarktpreise steigen im August um mehr als 12 %

Auch die Strom-Terminmarktpreise sind im August deutlich gestiegen. Der Referenzkontrakt für 2027 legte um 12,8 % auf 127,44 €/MWh zu. Haupttreiber war der starke Anstieg der Gaspreise, der die erwarteten Erzeugungskosten konventioneller Kraftwerke erhöhte.

Zusätzlichen Aufwärtsdruck brachten die heißen und trockenen Wetterbedingungen. Sie begrenzten die Wasserkraftproduktion, während gleichzeitig weniger französische Kernkraft zur Verfügung stand. Gegen Ende des Monats entspannte sich die Lage etwas: Kühlere Temperaturen und eine bessere Verfügbarkeit der französischen Kernkraftwerke wirkten preisdämpfend. 

Gas-headers

Gaspreise steigen deutlich, Versorgungsrisiken bleiben bestehen

Die Gaspreise sind im August erneut deutlich gestiegen. Der TTF-Front-Month-Kontrakt legte um 18,2 % auf 69,81 €/MWh zu, während der Preis für Lieferungen im Jahr 2027 um 19,5 % auf 53,41 €/MWh stieg.

Ein wesentlicher Treiber waren die erneuten Spannungen rund um die Straße von Hormus. Die erhoffte Entspannung beim Schiffsverkehr blieb aus, während neue militärische Auseinandersetzungen die LNG-Verfügbarkeit aus der Golfregion weiter einschränkten.

Dadurch nahm der Wettbewerb zwischen Europa und Asien um LNG-Lieferungen aus anderen Regionen zu. Der engere Wettbewerb um verfügbare Mengen setzte die europäischen Gaspreise zusätzlich unter Aufwärtsdruck.

Gasspeicher bleiben ein Risikofaktor für den Winter

Zusätzlichen Druck auf die europäische Gasversorgung brachten im August Wartungsarbeiten an norwegischen Gasanlagen. Das fiel in eine sensible Phase, da Europa die Speicher vor dem Winter weiter auffüllen muss. Gleichzeitig erschweren die hohen kurzfristigen Gaspreise die Einspeicherung, weil der Kauf von Gas für eine spätere Nutzung wirtschaftlich weniger attraktiv ist.

Die Folge: Die Speicherstände liegen weiterhin unter dem saisonüblichen Niveau. Damit startet Europa mit einem kleineren Sicherheitspuffer in den Winter. Kommt es zu zusätzlichen Ausfällen bei LNG oder anderen Gaslieferungen, könnten sich diese schneller auf die Preise auswirken.

Mit Blick auf den Winter wird die Wetterentwicklung zunehmend entscheidend. Ein milder Herbst und Winter würden den Gasverbrauch und die Speicherentnahmen begrenzen und könnten für Entlastung sorgen. Ein kalter Winter würde dagegen die Heiznachfrage erhöhen. Treffen niedrige Temperaturen zusätzlich auf eine schwache Windstromerzeugung, steigt auch der Gasbedarf für die Stromerzeugung.

Fuels-headers

Öl

Die Ölpreise gaben Mitte August nach, nachdem sich die geopolitische Risikoprämie im Vergleich zum Frühsommer etwas entspannten. Verbesserte Bedingungen für den Schiffsverkehr in der Golfregion und das Ausbleiben größerer Lieferausfälle verringerten nahmen zunächst etwas Druck aus dem Markt. Gegen Ende des Monats erholten sich die Preise wieder leicht. Brent beendete den August bei 90,49 US-Dollar je Barrel. Für die weitere Entwicklung bleiben geopolitische Risiken ein wichtiger Faktor. Neue Störungen auf zentralen Exportrouten könnten die Versorgungslage schnell wieder verschärfen und die Ölpreise erneut nach oben treiben.

Kohle

Die Kohlepreise sind im August um 5,4 % gestiegen und beendeten den Monat bei 131,69 US-Dollar je Tonne. Nach einem deutlichen Rückgang zu Monatsbeginn erholten sich die Preise in der zweiten Augusthälfte wieder. Im Vergleich zu Gas blieb Kohle für die Preisentwicklung an den Energiemärkten jedoch ein nachgelagerter Faktor. Die hohen Gaspreise hielten die Kohleverstromung wirtschaftlich attraktiv und stützten damit die Nachfrage nach Kraftwerkskohle. Vor allem in Phasen mit schwächerer Wind- und Solarstromerzeugung gewann Kohle an Bedeutung, da dann häufiger konventionelle Kraftwerke zur Deckung der Stromnachfrage eingesetzt wurden.

CO₂

Die CO₂-Preise sind im August im Vergleich zu Gas und Strom nur moderat gestiegen. Der Preis für EU-Emissionszertifikate legte um 2,3 % auf 83,10 €/tCO₂ zu. Unterstützung kam von einem höheren Einsatz fossiler Kraftwerke, da dadurch mehr Emissionszertifikate benötigt wurden. Gleichzeitig blieb die Nachfrage aus der Industrie verhalten. Bei einer schwächeren Produktion werden weniger Emissionszertifikate benötigt, was stärkere Preissteigerungen begrenzte. Insgesamt blieb der CO₂-Markt damit vergleichsweise stabil.

Ausblick

Mit Blick auf den Winter bleiben die Energiemärkte weiterhin anfällig für Entwicklungen bei der Gasversorgung und den Wetterbedingungen. Ein milder Herbst und Winter könnten die Gasnachfrage reduzieren und den Preisdruck etwas verringern. Kälteres Wetter könnte dagegen den gegenteiligen Effekt haben, insbesondere in Phasen geringer Windstromerzeugung. Durch eine Versorgungsunterbrechungen oder Verzögerungen bei LNG-Lieferungen könnten die Preise wieder schnell steigen. Eine bessere LNG-Verfügbarkeit in Kombination mit einer höheren Wind- und Kernenergieerzeugung könnte den Markt hingegen etwas entlasten.

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