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Marketing24 Februar 20263 min read

EU ETS-2: Was ändert sich ab 2028?

EU ETS-2: Was wird sich ab 2028 ändern?
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Die Europäische Union treibt den Weg zur Klimaneutralität konsequent voran. Ein zentraler Baustein dabei ist das neue Emissionshandelssystem ETS 2, das ab 2027 in Kraft tritt. Es konzetriert sich auf CO₂-Emissionen aus Gebäuden, dem Straßenverkehr und kleineren Industrieanwendungen. Auch wenn Sie als Unternehmen keine Emissionszertifikate direkt erwerben müssen, wird ETS 2 spürbare Auswirkungen auf Ihre Energiekosten haben – insbesondere bei Gas und anderen fossilen Energieträgern. 

In diesem Artikel erfahren Sie, was ETS 2 konkret bedeutet, wie sich die Kosten entwickeln und welche Maßnahmen Sie schon heute ergreifen können, um sich strategisch darauf vorzubereiten. 

Was ist ETS 2?

ETS 2 ist ein neuer europäischer CO₂-Markt, der ergänzend zum bestehenden ETS 1 eingeführt wird. Während ETS 1 vor allem Großindustrie, Stromerzeugung und Luftverkehr abdeckt, richtet sich ETS 2 auf Emissionen aus Gebäuden, Straßenverkehr und kleineren Industrieanwendungen.

Das System folgt einem klaren Prinzip: Cap and Trade.

  • Die EU legt eine Obergrenze für die gesamten CO₂-Emissionen dieser Sektoren fest
  • Für jede ausgestoßene Tonne CO₂ wird ein Zertifikat benötigt
  • Die Gesamtmenge dieser Zertifikate wird jährlich reduziert – Emissionen werden damit Schritt für Schritt teurer
  • Alle Zertifikate werden versteigert, es gibt keine kostenlosen Zuteilungen

Das Ergebnis: Fossile Energieträger werden systematisch teurer und der Anreiz für klimafreundliche Alternativen steigt.

Wie funktioniert das ETS-2-System?

ETS 2 funktioniert nach einem sogenannten vorgelagerten Prinzip. Das bedeutet: Nicht die Endverbraucher, sondern die Energieversorger sind für die CO₂-Bilanz verantwortlich. Konkret heißt das: Energieversorger – darunter auch Scholt Energy – erfassen die durch den Gasverbrauch entstehenden CO₂-Emissionen und erwerben die entsprechenden Emissionszertifikate am Markt. Diese Kosten werden anschließend über den Energiepreis an die Endverbraucher weitergegeben. Für Unternehmen bedeutet das: Auch ohne direkte Teilnahme am Emissionshandel wirken sich steigende CO₂-Kosten unmittelbar auf die Energiekosten aus.


Was bedeutet das für Sie als Kunde?


Steigende Energiekosten
Ab 2028 müssen Energieversorger Emissionszertifikate für den Gasverbrauch erwerben. Diese Kosten werden über den Gaspreis weitergegeben. Für Sie bedeutet das: steigende variable Kosten pro m³ Gas – auch wenn die genaue Höhe aktuell noch nicht feststeht. 

Keine direkte Verpflichtung
Als Endverbraucher sind Sie im Rahmen von ETS 2 nicht verpflichtet, Emissionen selbst zu überwachen, Berichte zu erstellen oder Zertifikate zu kaufen. Die gesamte Verantwortung – von der Erfassung bis zum Erwerb der Emissionsrechte – liegt beim Energieversorger.

Anreiz für mehr Nachhaltigkeit

Vor dem Hintergrund steigender Gaskosten lohnt es sich zunehmend, den Energieverbrauch zu senken und nachhaltige Alternativen einzubeziehen. Dazu zählen insbesondere Maßnahmen wie die Elektrifizierung durch Wärmepumpen, der Einsatz von Solarenergie und eine verbesserte Gebäudedämmung. Diese reduzieren nicht nur den Gasverbrauch, sondern senken gleichzeitig Ihre CO₂-Emissionen.


Wie hoch werden die Kosten von ETS 2 sein? 

Da ETS 2 auf einem marktbasierten System beruht, bei dem Emissionszertifikate versteigert werden, steht der konkrete CO₂-Preis noch nicht fest. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis – und damit auch die Auswirkungen auf Ihre Energiekosten.

Aktuelle Schätzungen geben jedoch eine erste Orientierung:

  •  +0,08 bis 0,11 € pro m³ Gas bei einem CO₂-Preis von 45–60 € pro Tonne 

  •  In anderen Szenarien sogar bis zu +0,17 € pro m³ Gas 

Die tatsächlichen Kosten hängen von mehreren Faktoren ab: dem CO₂-Preis zum jeweiligen Zeitpunkt, der verfügbaren Zertifikatsmenge sowie möglichen regulatorischen Eingriffen.

Um extreme Preisschwankungen zu begrenzen, plant die Europäische Kommission eine Preisobergrenze von 45 € pro Tonne (Preisniveau 2020) bis Ende 2029.

In der folgenden Grafik sehen Sie die Entwicklung der CO₂-Zertifikatspreise der letzten drei Jahre.

Durschschnittlicher CO2-Preis (bis Dezember)

Was können Sie bereits heute tun? 

  1. Energieverbrauch analysieren
    Schaffen Sie Transparenz über Ihren aktuellen Energieverbrauch – insbesondere beim Gas. So erkennen Sie frühzeitig, welche Zusatzkosten durch ETS 2 auf Sie zukommen könnten. 

  2. Nachhaltige Maßnahmen umsetzen

    Prüfen Sie den Einsatz effizienter und nachhaltiger Lösungen wie Elektrifizierung (z. B. Elektroboiler), Wärmepumpen oder Solarenergie. Auch eine verbesserte Gebäudeisolierung zahlt sich aus. Je geringer Ihr Gasverbrauch, desto niedriger Ihre CO₂-Kosten. 



Fazit

ETS 2 ist ein zentraler Baustein der europäischen Klimapolitik. Ab 2028 wird ein CO₂-Preis für fossile Brennstoffe in Gebäuden, Verkehr und kleineren Industrieanwendungen eingeführt – mit dem Ziel, die Emissionen bis 2030 deutlich zu reduzieren.

Auch ohne direkte Teilnahme am Emissionshandel werden sich die Auswirkungen auf Ihre Energiekosten bemerkbar machen. Wer frühzeitig handelt und in nachhaltige Lösungen investiert, kann diese Kosten aktiv steuern und gleichzeitig einen Beitrag zu einem klimaneutralen Europa leisten.

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