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Marketing27 März 20262 min read

So entsteht der Strompreis

Der Energiemarkt ist so stark in Bewegung wie nie zuvor. Schon ein unerwarteter Kraftwerksausfall oder ein wind- und sonnenreiches Wochenende kann innerhalb weniger Stunden zu starken Preisschwankungen führen – mit deutlichen Spitzen oder sogar negativen Preisen. 

Für viele Unternehmen bedeutet das vor allem eins: Unsicherheit. Doch hinter der Volatilität steckt kein Zufall, sondern klare Marktmechanismen. Wer diese versteht, kann Preisbewegungen besser einordnen und gezielt darauf reagieren. 

Die Merit-Order: das Schlüsselprinzip hinter Strompreisen

Ein zentrales Prinzip zum Verständnis von Strompreisen ist die Merit-Order. Sie bestimmt, wie sich der Preis am Markt bildet – und warum er sich so dynamisch verändert.

Im Kern beschreibt die Merit-Order die Reihenfolge, in der Kraftwerke zur Deckung der Stromnachfrage eingesetzt werden. Entscheidend sind dabei die Grenzkosten, also die Kosten für die Erzeugung einer zusätzlichen Kilowattstunde.

 Typischerweise ergibt sich folgende Reihenfolge: 

  • Erneuerbare Energien wie Wind und Sonne mit nahezu null Grenzkosten 
  • Kernenergie mit niedrigen Grenzkosten, aber höhere Fixkosten
  • Fossile Kraftwerke wie Gas, Öl und Kohle mit deutlich höheren, preisabhängigen Kosten 

Der Mechanismus ist einfach: Zuerst werden die günstigsten Energiequellen genutzt. Steigt die Nachfrage, kommen schrittweise teurere Kraftwerke hinzu. Der Marktpreis wird schließlich durch das teuerste noch benötigte Kraftwerk bestimmt. Für Unternehmen bedeutet das: Preisbewegungen sind kein Zufall, sondern folgen klaren Marktlogiken – und genau hier liegen die Ansatzpunkte für eine strategische Energiebeschaffung. 

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Die Merit-Order in der Praxis

Die Auswirkungen der Merit-Order werden im Markt täglich sichtbar: 

  • Viel  Wind- und Solarstrom: Gaskraftwerke werden weniger genutzt, die Preise am Spotmarkt sinken.
  • Negative Preise:  Übersteigt das Angebot die Nachfrage, können Preise unter null fallen. Das passiert vor allem bei hoher erneuerbarer Erzeugung und gleichzeitig geringer Nachfrage, etwa nachts oder am Wochenende. Da viele Kraftwerke nicht flexibel heruntergefahren werden können und Speicher- sowie Exportkapazitäten begrenzt sind, geben Erzeuger Strom in solchen Situationen sogar zu negativen Preisen ab.
  • Wenig erneuerbare Energie, hohe Nachfrage: Fossile Kraftwerke wie Gas oder Öl müssen einspringen, die Preise steigen entsprechend. 

Die Merit-Order macht damit klar: Preisbewegungen folgen festen Mustern. Wetter, Nachfrage und verfügbare Erzeugungskapazitäten bestimmen, wie sich der Markt entwickelt.

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Was bedeutet das konkret für Ihre Energiestrategie? 

Wer die Marktmechanismen versteht, kann Preisschwankungen besser einordnen und gezielt darauf reagieren. Das reduziert Risiken und schafft neue Handlungsspielräume.

Typische Zusammenhänge im Überblick:

 

  • Steigende Gaspreise treiben häufig auch die Strompreise nach oben 
  • Hohe Winderzeugung kann zu sinkenden Spotmarktpreisen führen 
  • Ausfälle oder Wartungen bei Kraftwerken verschieben die Einsatzreihenfolge und beeinflussen den Preis 

Wer diese Faktoren im Blick behält, kann Energiekosten vorausschauender steuern, Risiken gezielt absichern und Chancen im Markt besser nutzen. Das sorgt nicht nur für mehr Planungssicherheit, sondern verschafft einen echten strategischen Vorteil. 

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