Einblicke & Inspiration rund um Energie

Energiepreisentwicklung 2025

Geschrieben von Marketing | 27 März 2026

Das Jahr 2025 hat einmal mehr gezeigt,  wie dynamisch sich die Energiemärkte entwickeln. Der Ausbau erneuerbarer Energien, wechselnde Wetterbedingungen, geopolitische Spannungen und schwankende Erzeugungskapazitäten sorgten das ganze Jahr über für hohe Volatilität sorgten das ganze Jahr über für hohe Volatilität, sowohl am Spot- als auch am Terminmarkt. In diesem Artikel fassen wir die wichtigsten Entwicklungen zusammen und zeigen, was sie konkret für Ihr Unternehmen bedeuten. 

Januar und Februar

Kalter Winter treibt Energiepreise
Zu Beginn des Jahres 2025 führte kaltes Winterwetter zu einer deutlich höheren Nachfrage nach Strom und Gas. Gleichzeitig blieb die Winderzeugung häufig hinter den Erwartungen zurück. Die Folge: steigende Preise am Terminmarkt. Der Jahresvertrag 2026 erreichte im Februar seinen Höchststand.  Auch die Gaspreise stiegen. Die kältere Witterung, die geringeren Gasexporte und die begrenzte Winderzeugung führten zu mehr Entnahmen aus den europäischen Gasspeichern, die bis Ende Februar auf rund 39 % sanken. Zusätzlichen Preisdruck erzeugten die anhaltenden geopolitischen Spannungen zwischen der Ukraine und Russland. 

März und April

Solarenergie und Volatilität
Im März und April wirkte sich das außergewöhnlich sonnige Wetter spürbar auf die Energiepreise aus. Die hohe Sonneneinstrahlung führte zu mehreren negativen Stundenpreisen am Strommarkt. Gleichzeitig sorgten geopolitische Spannungen zwischen Russland, der Ukraine und den USA für zusätzliche Volatilität an den Terminmärkten. Auf dem Gasmarkt führte eine geringere LNG-Nachfrage in Asien vorübergehend zu einem höheren Angebot in Europa– mit entsprechendem Abwärtsdruck auf die Preise. 

Mai

Erneuerbare Energien und Wartungsarbeiten
Im Mai sorgte das starke Wachstum erneuerbarer Energien für sinkende Strompreise und führte am 11. Mai zu einer außergewöhnlich hohen Anzahl negativer Stundenpreise. Gleichzeitig fiel der Jahreskontrakt 2026 auf das niedrigste Preisniveau seit April 2024. In der Folge gerieten die Preise zusätzlich unter Druck, unter anderem durch handelspolitische Spannungen zwischen den USA und China. Parallel dazu führten geplante Wartungsarbeiten an norwegischen Gasanlagen zu einer vorübergehenden Verknappung des Angebots. Das ließ die Gaspreise am Spotmarkt ansteigen.

Juni

Hitze an mehreren Fronten
Anfang Juli führte eine Hitzewelle in Nordwesteuropa zu einer steigenden Stromnachfrage, insbesondere durch erhöhten Kühlbedarf. Gleichzeitig blieb die Winderzeugung gering, sodass vermehrt konventionelle Kraftwerke eingesetzt wurden, um die Nachfrage zu decken. Zusätzlich sorgten Spannungen im Nahen Osten, insbesondere rund um die Straße von Hormus, für einen vorübergehenden Anstieg der Gaspreise. Die wichtige Schifffahrtsroute für LNG-Lieferungen – unter anderem aus Katar – geriet damit stärker in den Fokus der Märkte. Mit der Ankündigung eines Waffenstillstands entspannte sich die Situation wieder und die Märkte stabilisierten sich.

Juli und August

Sommerhitze und saisonale Effekte
Die Sommermonate waren geprägt von anhaltend hohen Temperaturen. Das führte zeitweise zu steigenden Strom- und Gaspreisen – vor allem durch höheren Kühlbedarf und eine geringere Winderzeugung. Gleichzeitig blieb die Gasnachfrage insgesamt gedämpft. Ein Grund dafür war die reduzierte Industrietätigkeit während der Ferienzeit. Zwar wurden LNG-Lieferungen häufiger nach Asien umgeleitet, aufgrund der saisonal niedrigeren Nachfrage in Europa hatte dies jedoch nur begrenzte Auswirkungen auf den europäischen Markt.

September und Oktober

Saisonale Umstellung und Windenergie
Ab September stieg die Nachfrage nach Zertifikaten im Vorfeld der Erfüllungsfristen und stützte damit die Terminpreise. Gleichzeitig führte ein deutlicher Anstieg der Windenergie zu vermehrt negativen Strompreisen. Anfang Oktober wurde sogar der einzige negative Tagesdurchschnitt des Jahres 2025 verzeichnet. Auf dem Gasmarkt sorgten kühlere Temperaturen und ein geringerer Beitrag der Solarenergie für eine steigende Nachfrage. Die Einspeicherung in die Gasspeicher verlangsamte sich, teilweise kam es zu Nettoentnahmen. Das führte zu leichtem Aufwärtsdruck auf die Gaspreise – ohne jedoch Anlass zur Sorge zu geben.

November

Stabilisierung des Energiemarktes
Im Herbst verbesserte sich die Verfügbarkeit der französischen Kernkraftwerke deutlich. Dadurch erhöhte sich das Stromangebot in Nordwesteuropa und ein weiterer Anstieg der Strompreise konnte verhindert werden. Gleichzeitig nahmen die geopolitischen Spannungen zu, unter anderem durch einen ukrainischen Drohnenangriff und der Beschlagnahmung eines Tankers durch den Iran in der Straße von Hormus. Ende November hellte sich die Stimmung an den Märkten wieder auf. Der US-Friedensplan wurde von 28 auf 19 Punkte reduziert, was für vorsichtigen Optimismus sorgte. 

Dezember

Mildes Wetter drückt Energiepreise
In den ersten drei Dezemberwochen lagen die Temperaturen häufig über dem Durchschnitt, teils wurden sogar Hitzerekorde gemeldet (7.-10. Dezember). In Kombination mit einem starken Windangebot führte dies zu sinkenden Preisen am Spotmarkt. Auch die Kohlepreise gaben deutlich nach und erreichten den niedrigsten Stand seit Februar 2024. Gründe waren das milde Wetter, hohe Windeinspeisung und ein günstigeres Gasangebot. Insgesamt war das Kohleangebot in Europa hoch, während die Nachfrage vergleichsweise gering blieb. Preisbewegungen wurden daher vor allem durch den Gasmarkt beeinflusst. Der CO₂-Preis entwickelte sich gegenläufig: Ein sinkendes Angebot rund um die Feiertage sowie geplante geringere Auktionen im Jahr 2026 trieben die Preise nach oben. Viele Marktteilnehmer sicherten sich daher frühzeitig Zertifikate, wodurch der Preis auf über 85 €/Tonne stieg – der höchste Stand seit zwei Jahren. Am Gasmarkt sorgten ein starkes LNG-Angebot, stabile norwegische Lieferungen, mildes Winterwetter und hohe Winderzeugung für sinkende Preise. Die Spotpreise fielen Ende 2025 zeitweise unter 26 €ct/m³. Auch am Terminmarkt setzte sich der Abwärtstrend fort: Der Jahreskontrakt 2026 erreichte am 16. Dezember mit 25,32 €ct/m³ den niedrigsten Stand seit März 2022.

 

Fazit

Die Energiepreisentwicklung 2025 zeigt deutlich, wie stark die Strom- und Gaspreise von Wetter, geopolitischen Ereignissen und Marktdynamiken beeinflusst werden. Erneuerbare Energien sorgten regelmäßig für Preisdruck und führten insbesondere an Sommernachmittagen zu deutlich sinkenden Spotmarktpreisen. Gleichzeitig blieben die Gaspreise sensibel gegenüber globalen Entwicklungen. Für Unternehmen wird damit einmal mehr klar: Eine smarte Energiestrategie ist entscheidend, um Preisrisiken zu steuern und Chancen im Markt gezielt zu nutzen.